(Note: This is the original version of the interview. For the English version, see below)

Rick Fulker: In der Pressekonferenz sagten Sie: In diesem Jahr steuert das Bachfest auf einen Besucherrekord zu. Worauf führen Sie das zurück? Eigenlob erlaubt!
Michael Maul: Die Ticket-Verkäufe liegen tatsächlich 10-15 Prozent höher als in unserem bisherigen Rekordjahr. Und ja, wir haben dieses Jahr auch deutlich mehr Veranstaltungen als in den Jahren zuvor. Man hätte Angst haben können, dass sich die einzelnen Veranstaltungen gegenseitig kannibalisieren – dass die gleiche Menge von Leuten kommen und sie sich auf die Veranstaltungen verteilen. Dies ist aber nicht der Fall: Es sind einfach noch mehr Leute gekommen.
Und wie erklären Sie das?
Ich will das nicht allein auf das Programm zurückführen, auch wenn ich hoffe, dass das eine Rolle spielt. Wir haben in den letzten Jahren Bachfeste gefeiert, die gezeigt haben: Wir begrüßen die weltweite Bach-Familie in Leipzig, laden auch semiprofessionelle Bachchöre und Laienchöre ein, nicht nur zuzuhören sondern auch neben den großen mitzumachen. Wir hatten letztes Jahr zum Beispiel vierzig Bachchöre da, teilweise mit eigenen Orchestern. Ich glaube, diese Ensembles sind jetzt die besten Bachfest-Influencer in der Welt, weil sie nämlich zu Hause dann erzählen konnten, wie schön es in Leipzig war, und entweder selber wieder kommen oder Freunde überzeugt haben, zu kommen. Und es sind nicht immer wieder dieselben. Stammgäste machen knapp zehn Prozent unserer Besucher aus. Letztes Jahr hatten wir knapp vierzig Prozent Erstbesucher.
Wieviele kommen aus dem Ausland?
Die Quote lag letztes Jahren bei etwa vierzig Prozent. Aber auch bei den inländischen sind etwa 80 Prozent touristische Gäste, heißt: Sie kommen eher nicht aus der Umgebung sondern von weiter her und übernachten hier auch ein paar Tage.
Es gibt den Begriff Umweg-Rentabilität, der für Argumente Richtung Politik benutzt wird. Damit will man belegen, dass das Geld, das Festivalbesucher ausgeben, die staatliche Subventionen eines Festivals übertrifft. Liegen da Erkenntnisse vor?
Durch Umfragen können wir zeigen, dass die Gäste im Schnitt über sechs Tage bleiben und in der Zeit auch neben ihren Tickets circa 200 Euro in der Stadt pro Tag ausgeben. Wir wissen zwar genau, wieviele Tickets verkauft werden. Wir können aber nicht ganz genau zählen, wieviele Individuen hier sind. Aber es scheint so zu sein, dass der Besucher hier im Schnitt sechs Konzerte besucht.
Wenn man das hochrechnet, kommt man auf fünf bis acht Millionen Euro Einnahmen für die lokale Wirtschaft. Es könnten sogar zehn Millionen sein. Unser Gesamtetat liegt bei 3,5 Millionen. Wir bekommen von der Stadt Leipzig 1,35 Millionen, aber die Stadt bekommt ein Vielfaches zurück. Hinzu kommt der Imagefaktor für die Stadt, und dieser ist unbezahlbar. Ein gutes Beispiel für eine nachhaltige städtische Kulturförderung.
Können Sie mit gleichbleibend hoher Förderung aus der öffentlichen Hand rechnen?
Ja. Wir hatten zwischen 2008 und den letzten Jahren durchweg die gleiche Höhe der Förderung von der Stadt Leipzig. In der Zeit haben wir unsere Einkünfte mehr als verdreifacht, unsere Besucherzahlen mehr als verdoppelt. Ich habe daran gearbeitet, dass wir eine deutliche Erhöhung bekommen, weil es zusehends schwieriger wurde, dieses volle Programm, das wir anbieten, beizubehalten. Dieses Jahr haben wir 350.000 mehr an Förderung erhalten, außerdem die zusätzlichen Drittmittel deutlich erhöht.
Wir sind trotzdem noch dazu verdammt, circa 40-50 % des Gesamtetats über die Eintrittskarten zu erwirtschaften. Wir müssen dieses Jahr, um die schwarze Null zu erreichen, 1,5 Millionen Euro einnehmen. Aber es sieht so aus, dass wir diese erreichen. Zum Vergleich: In den Jahren 2014-2017 lagen die Ticket-Einnahmen noch bei ca. 600.000 Euro. Wir haben unsere Einnahmen also wesentlich erhöht – übrigens ohne die Preise wesentlich zu erhöhen.
Da viele Besucher von weither kommen und länger bleiben, legen wir die Programmschwerpunkte nicht aufs Wochenende sondern bieten an den elf Tagen durchgehend Abwechslungsreiches – neben Konzerten auch Lesungen, Ausflüge, Vorträge – einfach alles. Dieses Jahr ist es, glaube ich, so vielfältig wie nie zuvor, einschließlich einer Augmented Reality-Show: Virtual Bach.
Herkömmliche Medien und Influencer
Früher haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltungen sich darum gerissen, Mitschnittsrechte beim Bachfest zu erwerben um die Konzerte auszustrahlen. Inzwischen ist das viel weniger geworden. Welche Alternativen finden Sie für die Verbreitung durch konventionelle Medien? Und wie wichtig ist das für das Festival?
Die mediale Berichterstattung bleibt ganz wichtig, weil es ein Stückweit dokumentiert, was hier passiert. Es ist Marketing. Ich stelle aber zugleich fest, dass die Medienlandschaft im großen Wandel ist. Die klassische Musikberichterstattung findet im Feuilleton immer weniger statt. Man kann das beklagen, aber man muss damit leben. Viele Musikjournalisten sind frustriert, weil sie immer weniger Platz in den eigenen Medien haben. Auch das ist ein Grund, warum wir versuchen, Formate zu finden, die auch jenseits der klassischen Feuilleton-Berichterstattung Interesse erzeugen.
Zudem bringt es die Transformation der Medienlandschaft mit sich, dass wir die Chance haben, selbst Berichterstattung zu realisieren um unser Publikum direkt zu erreichen. Um Appetizer zu liefern, liefern wir kleine Videoschnipsel und Tagesberichte mit Ausschnitten von den Konzerten, die Atmosphäre transportieren und Lust auf mehr machen.


Das zweite Standbein sind die sozialen Medien. In den letzten zehn Jahren haben wir unsere Aktivität hier immer weiter ausgebaut und professionalisiert. Wir haben eine große Anzahl von Followern. Ein großes eigenes Team ist im Einsatz, Freunde des Bachfestes auch. Wir haben auch Influencer eingeladen, die im Bereich der klassischen Musik tätig sind. Davon erhoffen wir uns eine umfangreiche und authentische Berichterstattung, die auch Atmosphäre vermittelt. Ich glaube, das funktioniert.
Ich freue mich natürlich, wenn das klassische Feuilleton erkennt, dass das Bachfest weit mehr ist als eine beliebige Aneinanderreihung von Konzerten mit großen Namen. Im Münchner Merkur hieß es gestern, wir seien „das vielseitigste Komponistenfestival der Welt“. Das war jedenfalls der Eindruck des Rezensenten, und es würde mich nicht überraschen, wenn es wirklich so ist.
Das andere Thema ist die Konzertübertragung. In den Funkhäusern werden die Etats dafür gestrichen. Ich freue mich trotzdem, dass wir den MDR als starken Medienpartner haben. Oder etwa Deutschlandfunk Kultur, der z.B. die Johannespassion mitgeschnitten hat.

Während der Pandemie und danach haben wir viel live gestreamt, auch mit öffentlich-rechtlichen Partnern, und haben dabei immer mehr selber bezahlen müssen – und null Einnahmen generiert. In diesem Jahr verzichten wir auf ein vollumfängliches Streaming. Das Hauptziel ist ja, dass die Leute tatsächlich hierher kommen.
Wenn ich jetzt in die Welt streame, kann ich überhaupt nicht abschätzen, wie groß die Reichweite ist. Wir würden das sofort ausbauen, wenn wir Grund dazu hätten – und die nötigen (zusätzlichen) finanziellen Mittel. Klar, es gibt Menschen, die Bach lieben, aber aus irgendwelchen Gründen nicht nach Leipzig kommen können, und die würde ich ebenfalls gern teilhaben lassen. Aber für das Festival ist es zunächst einmal existenziell, dass Gäste für das Bachfest tatsächlich nach Leipzig reisen, und dafür muss das Programm gut und breit aufgestellt sein. Mit 30.000 Euro, die ein gutes Streaming kosten würde, könnte ich zwei oder drei große Konzerte mehr anbieten. Im Moment spricht alles dafür, das Live-Erlebnis zu priorisieren.
Ich habe in der Thomaskirche beim Kantatenkonzert mit John Eliot Gardiner da gesessen, und da kam mir der Begriff genius loci in den Sinn. Die Wirkung auf das Publikum ist bekannt. Aber auch auf die Musiker? Fühlen sie sich von sich aus vielleicht verpflichtet, extra, und nochmal, hier ihr Aller-Allerbestes zu geben? Denn Musiker müssten ja eigentlich immer ihr Bestes geben wollen! Gibt es dennoch den Extra-Faktor hier?
Das erwähnen die Künstler häufig. Der Dirigent Ton Koopman etwa sagt immer wieder: „In Leipzig müssen wir es noch besser machen, weil Bach selbst in den Kirchen zuhört!“ Nach dem wunderbaren Konzert der Cappella Mediterranea unter der Leitung von Leonardo Garcia Alarcón ging ich hinterher zu ihm. Er hatte Tränen in den Augen und sagte mir: „Michael, das war für mich das emotionalste, bewegendste Konzert, was ich jemals dirigiert habe, weil es in Bachs eigener Kirche war“.
Hinzu kommt: Das Publikum hier ist schon ein besonderes weil die Leute wirklich aus der ganzen Welt kommen. Sie sind allein wegen Bachs Musik da. Sie hören extrem intensiv zu und geben sehr deutliche Applausbekundungen. Auch das beflügelt die Künstler.

Zufall, Fleiß, Forschergeist
Vor einigen Jahren haben Sie ein bisher unbekanntes Stück von Bach aufgespürt. Jeder Forscher wird natürlich wünschen, dass ein verschollener Kantatenzyklus oder eine verlorene Passion auftaucht. Wie wahrscheinlich ist es aber, dass weitere Funde gemacht werden?
Ich würde überhaupt nichts ausschließen. Es wird natürlich immer seltener passieren, weil je mehr entdeckt ist, umso weniger liegt unentdeckt herum. Wir haben keine Ahnung, wieviel das ist. In der Regel findet man diese Sachen an Stellen, wo man sie erstmal überhaupt nicht vermutet hätte.
Zufall, glückliche Überlieferungsumstände, Fleiß, Forschergeist – all das muss zusammenkommen damit so eine Entdeckung passiert. Deswegen wage ich keine Prognosen. Ich denke nicht, dass man in den großen Musikalien-Sammlungen, die ja gut erforscht und erschlossen sind, noch solche Entdeckungen machen wird. Meine eigene Entdeckung, die unbekannte Bach-Arie „Alles mit Gott“, habe ich dort gefunden, wo sie niemand vermutete: Die Arie war notiert auf zwei leeren Seiten einer Huldigungsschrift aus Weimar aus dem Jahr 1713. Da hat Bach die Noten eingetragen. Er hat seinen Namen nicht hinterlassen, aber ich habe ihn an seiner Handschrift erkannt. Das kann man nicht von einem Bibliothekar erwarten.
Kurzum: Heute finden die Entdeckungen an Orten statt, wo man es nicht erwartet: historische Bestände, die man bislang ignoriert hat und die thematisch irgendwo nahe bei Musik angesiedelt sind. Manchmal ist der Grund für unentdeckte Notenschätze, dass sie versehentlich anderen Bestandsgruppen zugeordnet wurden. Die frühesten Notenhandschriften Bachs, die ich auch 2005 in der Weimarer Anna Amalia Bibliothek entdeckte, fand ich nicht in der Musikaliensammlung, sondern bei den theologischen Handschriften, Rubrik: Mönchs- und Klosterliteratur. Nach so etwas zu suchen, ist also Detektivarbeit; und große Funde sind von vielen Zufällen abhängig.
Ich bin aber zuversichtlich, dass es mit den Entdeckungen auch in Sachen Bach weitergeht. Wir haben derzeit ein großes Forschungsprojekt im Haus, das auf 25 Jahre angelegt ist. Ein Team mit einem halben Dutzend Leuten geht regelmäßig in die mitteldeutschen Archive, um sämtliche erhaltenen Dokumente der Bachfamilie zu erschließen und zu edieren. Und dadurch fordern wir ja täglich den Zufall heraus.
Ist da noch viel zu tun?
Ja, und viel zu finden. Ein Kollege von mir hat letztes Jahr ein unbekanntes Zeugnis von Bach entdeckt, ausgestellt für einen seiner Leipziger Solo-Sänger – hier im Stadtarchiv an einer Stelle, wo man vorher nicht geguckt hat. Also ich denke, es wird noch Überraschungen geben.

Die Bach-Hitparade
Vor ein paar Jahren gab es Bachs 30 beste Kantaten in Programm. Dabei trafen Experte die Wahl. Ich könnte mir vorstellen, dass es Proteste gab, weil jeder meinte, „seine“ wäre nicht dabei. Nächstes Jahr machen Sie das anders: Ein Ranking der Top-50 Bachkantaten nach einer Umfrage. Sehe ich da eine Verbindung?
Sie sehen es vollkommen richtig. Damals war der Kantaten-Ring ein großer Erfolg. Wir haben ein bisschen augenzwinkernd auch gesagt: Wir führen die besten dreißig Bachkantaten auf, wohlwissend, dass niemand sagen kann, was die besten dreißig Bachkantaten sind, weil Bach so viel unfassbar gute Musik komponiert hat.
Ich wollte es diesmal anders machen, einfach weil es im nächsten Jahr thematisch um Vielstimmigkeit geht. Es gibt eine schöne Analogie zu Bachs Musik, weil die Stimmen in seinen Werken so extrem eigenständig sind wie bei keinem anderen Komponisten. Man könnte modern gesprochen sagen, es geht in Bachs Musik ganz demokratisch zu. Deshalb heißt das Motto im nächsten Jahr: Im Dialog. Und wir haben viele Formate, wo Sie merken: Bach tritt in den Dialog mit wichtigen Komponisten, die er selber geschätzt hat. Auch mit seinen Kritikern, Scheibe zum Beispiel: So gibt es ein Konzertprogramm „Bach gegen Scheibe“. Oder Bach und seine Influencer des 19. Jahrhunderts. Oder seine Vorbilder.
Den ersten Dialog zum Bachfest 2026 haben wir mit unserem Publikum geführt. Vor einem Jahr haben wir tausende Flyer verteilt und online dafür geworben: Bitte übermittelt uns eure Top-10 Bachkantaten! Nicht die besten sondern die beliebtesten. Weit über Tausend Leute haben mitgemacht, das Voting lief sechs Monate lang, und wir haben die Entscheidung der Leute wie beim Eurovision Song Contest gewertet. Also ein World Wide Bach Cantata Contest. Platz Eins kriegt zwölf Punkte, Platz Zwei zehn, Platz Drei acht, wie wir das vom ESC kennen.
Mir wurde dann immer mehr klar: Was wir hier machen, ist ja nichts anderes ist als die gute alte Radio-Hitparade, die in den 70er, 80er, 90er Jahren die Leute an die Radios gefesselt hat. Sie sind bis nachts aufgeblieben und haben mit dem Kassettenrekorder mitgeschnitten. Spannend blieb es bis zuletzt, weil das Ergebnis immer erst live verkündet wurde.
So dachte ich: Warum wollen wir dieses Konzept nicht einfach mal knallhart auf Bach übertragen? Nun jeder Bachianer weiß: Es gibt praktisch keine schlechte Bachkantate. Und wenn er sieht, wen wir für diese zwölf Konzerte verpflichtet haben, wird er wissen: Das werden garantiert gute Konzerte. Denn wir haben nochmal die alten großen Namen der Bachinterpretation zusammen bekommen, The Big Three: Gardiner, Herreweghe, Koopman. Hinzu kommen noch Rademann, Rudolf Lutz – auch er geht auch schon auf die 80 zu. Das ist wirklich die Crème de la Crème.
Wir spielen die Kantaten ganz konsequent top-down, von Platz 50 auf Platz 1. In der Verankündigung steht jetzt nur drin, bei dem ersten Konzert werden es Platz 50 bis Platz 48 sein, im zweiten Platz 47 bis 44, und im letzten Konzert halt die besten vier. Aber wir wissen doch: Egal ob ich Platz 40 oder Platz 2 anhöre, es werden alles fantastische Stücke. Und ich kann zumindest schon verraten: Auf Platz 50 liegt die Kantate BWV 20 „O Ewigkeit du Donnerwort“, ein großes zweiteiliges Stück. Ein perfekter Start für den ganzen Zyklus wie ich finde, weil das Stück mit einem Eingangschor beginnt, der wie eine französischen Ouvertüre klingt.
Ich bin mir sicher: Auch, wenn wir das Programm geheim halten, wird es keine bösen Überraschungen, also schlechten Stücke geben. Vielmehr freue ich mich riesig darauf, weil das Konzept dafür sorgt, dass es bis zuletzt spannend bleibt. Eine Hitparade zu machen – und das mit diesem ganz alten, angeblich verstaubten Gegenstand einer Bachkantate, die in Wahrheit alles andere als verstaubt ist: Das ist doch eine wunderbare Sache – und tolle Geschichte.
Wenn ich noch Radio machen würde, würde ich das gerne aufs Radio zurückführen wollen und die Konzerte alle eins zu eins übertragen. Das wäre super spannend.
Da darf ich verraten, wir sind gerade darüber im Gespräch!
Sehr schön!
Wir suchen verschiedene Partnerschaften, damit das Ganze eben auch im Radio erlebbar sein wird.
Was auch schön wird ist: Wir reihen die Kantaten nicht einfach aneinander, sondern jede wird mit einer Motette von Schütz oder Schein eingeleitet werden, die auch inhaltlich auf die Kantate vorbereitet. Von Bach gibt es zum Beispiel die zweite Leipziger Kantate „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, und von Schütz gibt es eine Motette über genau diesen Text. So kann man sich als Hörer schon auf das nächste Stück vorbereiten und schafft schöne Zäsuren zwischen den einzelnen Kantaten.
Ich bin mir sicher: Das wird ein Fest! Dazwischen wird András Schiff einen großen Klavierzyklus mit den Teilen I, II und IV der „Clavier-Übung“ spielen, außerdem Bachs Kunst der Fuge. Nichts überschneidet sich. Diejenigen, die entweder den Kantatenzyklus oder den Klavierzyklus oder beides zusammen erleben wollen, können die Tickets schon jetzt exklusiv erwerben, bevor im November dann der Vorverkauf für alle Einzelveranstaltungen beginnt. Auch aus logistischen Gründen, denn in der Nikolaikirche gibt es nicht viele Plätze in der Preisgruppe Eins, und sie sind meist ganz schnell ausverkauft. Und sobald in einer Preisgruppe eine Veranstaltung ausverkauft ist, kann man den kompletten Zyklus als solchen nicht mehr anbieten.
Deshalb bieten wir eine Zeitlang nur den kompletten Zyklus an. Schon jetzt kaufen viele Bachfreunde dafür Karten. Und damit zeigt sich erneut: Es war die richtige Entscheidung, im Bachfest das große, noch immer zu wenig entdeckte Repertoire der Kantaten in den Vordergrund zu stellen. Denn damit spielen wir sehr geschickt unser Alleinstellungsmerkmal als Originalort des Thomaskantors Bach aus.








